Christine Niklas im Interview – Wie aus Leidenschaft eine erfolgreiche Kosmetikmarke entstand

Christine Niklas Gründerin und Expertin für Anti Aging Hautpflege

Hinweis: Wir veröffentlichen die Inhalte mit ausdrücklicher Genehmigung von Irit Eser und Dorit Kobusch-Balk. Text und Fotos dieses Interviews, welches am 01.01.2026 unter dem Titel „Ich mach das jetzt!“ veröffentlicht wurde, stammen aus ihrem Onlinemagazin Fab50s.de (monatliches Abo). Irit Eser schrieb auf ihrem Beauty-Blog (eingestellt im Oktober 2025) großartige, authentische Reviews zu unseren Produkten und nahm sich dabei Zeit zum intensiven Testen. Hier können Sie in ihren Berichten zu unseren Produkten stöbern.

Journalistin Christine Niklas hat 2002 mit 48 ihre eigene Kosmetikmarke gegründet und lebt dort immer noch ihre Leidenschaft für Hautpflege aus, nachdem sie jahrelang zusammen mit Jean Pütz die Hobbythek im WDR moderierte. Warum sie immer noch von Kosmetik fasziniert ist, warum Frauen sich mehr zutrauen sollten und welche Vorteile es hat, auch im späteren Lebensalter nochmal ganz neu anzufangen, hat sie mit Dorit beredet. 

Von Christine Niklas und Dorit Kobusch-Balk

Hallo Frau Niklas, wie sind Sie denn dazu gekommen, relativ spät im Leben eine ganz neue Beauty-Marke zu gründen?

Ich habe über 20 Jahre für die Fernsehsendung Hobbythek gearbeitet. Selbstgemachte Kosmetik war dort ein großes Thema. Die Hobbythek war eine Wissenschaftssendung, in der wir erklärt haben, wie Wissenschaft im Alltag funktioniert, und das anhand von Produkten, die man selbst macht; anstatt sie zu kaufen und auf diese Weise ein Hintergrundwissen erlangt. Das war der eigentliche Sinn der Sendung. Dazu haben wir Menschen immer ermutigt, einfach mal etwas auszuprobieren. Unser Ansatz war, die Zuschauer zu motivieren, Dinge selbst zu machen, auch wenn sie meinten, zwei linke Hände zu haben oder nicht besonders geschickt zu sein.

Dadurch habe ich mir ein breites Wissen zum Thema Kosmetik angeeignet. Bei meinen Recherchen konnte ich mit Rohstoffherstellern und anderen Fachleuten aufschlussreiche Gespräche führen und habe viel dabei gelernt. So konnte ich die Rezepturen für die selbstgemachte Kosmetik entwickeln. Da habe ich gemerkt, wie sehr mich die Kosmetik eigentlich fasziniert.

Waren Sie immer schon von Kosmetik begeistert?

Kosmetik war ein spezielles Lieblingsthema für mich. Als ich von der Hobbythek Abschied genommen hatte, wollte ich eine Pause einlegen. Dann fragte QVC an, ob ich für sie eine Kosmetik-Serie entwickeln wollte. Zuerst habe ich gezögert, weil ich dachte Teleshopping sei nichts für mich. Aber dann hatte ich das Gefühl, es wäre ja schon schön, einfach mal eine Kosmetik-Serie zu entwickeln. Denn damit hatte ich natürlich andere Möglichkeiten. Mir geht es immer darum, etwas Neues anzubieten und die Freude am Machen muss für mich auch immer dabei sein. Mein Ziel war, etwas ganz Besonderes und Schönes zu entwickeln.

Und wie kam es zum Schritt von QVC zu Ihrer eigenen Linie?

Die Fernsehauftritte bei QVC waren überhaupt nicht mein Ding und die Atmosphäre dort hat mir ebenfalls nicht gefallen. Ich habe auch gemerkt, dass die Zuschauerinnen, die Teleshopping anschauen, nicht meine Kundinnen sind. Meine Kundinnen haben ein tiefes Interesse an Hautpflege. Gerade das ist das Schöne! Sie wollen nicht einfach viel Geld ausgeben und eine teure Marke kaufen. Sie wollen wirklich wissen, was genau in den Produkten enthalten ist. Ich freue mich immer, wenn ich Anfragen bekomme von Kundinnen, die Details über Inhaltsstoffe wissen wollen. Das ist schon toll.

Wenn man weiß, dass das eigene Produkt geschätzt wird, das ist etwas Besonderes. Aber ich habe für mich den Anspruch, dass man Menschen auch wirklich etwas Besonderes bietet. Ich würde niemandem etwas empfehlen, wenn ich nicht hundertprozentig dahinter stehe.

Wie wesentlich ich von meinem Alter profitieren konnte, stellte sich erst im Laufe der Jahre heraus. 

Interview CHRISTINE NIKLAS

Ich würde niemandem etwas empfehlen, wenn ich nicht hundertprozentig dahinter stehe.

Hatten Sie das Gefühl, dass man Ihnen aufgrund Ihres Alters Steine in den Weg gelegt hat? Oder hatten Sie vielleicht sogar Vorteile davon, dass Sie ein bisschen älter waren?

Ich hatte damals nicht das Gefühl, dass ich zu alt bin. Nein, ich habe eher gedacht, ich weiß jetzt so viel, ich habe so ein breites Wissen über Rohstoffe und Kosmetikherstellung, dass ich das verwerten kann. Ich hätte keine eigene Kosmetikmarke gründen können, wenn mir dieses ganze Wissen gefehlt hätte.

Deswegen habe ich genau zu diesem Zeitpunkt gedacht: „okay, du probierst es jetzt und schaust mal, was dabei rauskommt.“

Wie wesentlich ich von meinem Alter profitieren konnte, stellte sich erst im Laufe der Jahre heraus.  Den komplexen Alterungsprozess der Haut nimmt man authentischer wahr, wenn man es am eigenen Leibe erfährt. Passend zu meiner eigenen Hautalterung hatte ich somit die Motivation, immer anspruchsvollere und intensiver wirkende Seren zu formulieren. Ich gebe die Rezepturen auch erst dann frei, wenn ich an meiner eigenen Haut eine deutlich sichtbare verjüngende Wirkung sehe. Aus diesem Grund entwickle ich meine Formulierungen nach wie vor selbst.

Interview CHRISTINE NIKLAS

Ich hätte keine eigene Kosmetikmarke gründen können, wenn mir dieses ganze Wissen gefehlt hätte.

Hatten Sie weibliche Vorbilder, an denen Sie sich orientieren konnten?

Offen gestanden nein! Ich bin jemand, der sich nicht an Vorbildern orientiert, muss ich gestehen.

Mein Ziel ist immer, wirklich etwas Neues zu machen, und mich da in wesentlichen Dingen zu unterscheiden. Sonst denke ich mir, ich bräuchte es ja nicht zu machen. Ich habe ein ziemlich großes kreatives Potenzial.

Ich würde nie etwas entwickeln, von dem ich wüsste, dass es nicht etwas absolut Positives für die Menschen bedeutet, wenn sie mein Produkt kaufen.

Wieso sollten Frauen über 50 einfach mal machen und nicht so viel nachdenken?

Einfach mal machen ist eigentlich eine sehr gute Aufforderung. Ich finde häufig, viele Frauen sind zu schüchtern und trauen es sich nicht zu, einfach mal loszulegen.

Wenn man das in kritischen Situationen gesagt bekommt, zum Beispiel als Unterstützung, dann kann so eine Aufmunterung wirklich Gold wert sein. Im richtigen Moment kann es die Unsicherheit und die Zweifel nehmen, ob man das schafft, ob es sich lohnt. Man hat ja selbst wahrscheinlich viele Argumente, die dagegen sprechen. Und hat bestimmt ein paar schlaflose Nächte gehabt – oder auch mehr als ein paar. Wichtig ist, ein realistisches Ziel vor Augen zu haben und sich selbst positiv zu bestärken, dass man es schaffen kann.

Man sammelt so viele Erfahrungen, einen Schatz an Erfahrungen und an Wissen. Als junger Mensch wusste ich nicht, was ich überhaupt werden wollte und studieren sollte. Manche wissen es schon – aber ich wusste es damals noch nicht.

Später hat man so viele Erfahrungen gesammelt, dass man konkret weiß, in welche Richtung man gehen sollte. Und es macht keinen Sinn, etwas zu tun, womit man unzufrieden ist. Es ist sehr wichtig, wenn man sich selbst verwirklichen kann.

Und darum arbeite ich auch immer noch, obwohl ich jetzt wirklich nicht mehr die Jüngste bin. Und es macht mir einfach unglaublich viel Freude.

Interview CHRISTINE NIKLAS

Nachdem man ein Pflegeprodukt aufgetragen hat, sollte die Haut schöner aussehen als vorher. Man sollte eine Verbesserung sehen können.

Geben Sie als Hautpflege- und Beautykennerin unseren Leserinnen den ultimativen Beauty-Tipp für reife Haut?

Eine regelmäßige, sehr gute Hautpflege ist das A und O. Und ganz wichtig: Sie sollten immer sehen, wie sich Ihre Haut verbessert. Nachdem man ein Pflegeprodukt aufgetragen hat, sollte die Haut schöner aussehen als vorher. Man sollte eine Verbesserung sehen können. Dazu noch ganz kurz: Es darf auch ruhig etwas mehr sein.

Die Haut freut sich meist über reichlich Pflege.

Vielen Dank, Frau Niklas!

Christine Niklas arbeitete als freie Wissenschaftsjournalistin im WDR 20 Jahre für die Fernsehsendung Hobbythek. Sie schrieb mit Jean Pütz auch 25 Hobbythek-Bücher zu den Themenbereichen Kosmetik, Gesundheit und Ernährung. Sie gründete 2002 ihre eigene Kosmetik-Marke Christine Niklas Kosmetik.

Dorit Kobusch-Balk war Redakteurin für medizinische Fachzeitschriften, außerdem tätig in PR und zehn Jahre als Beautybloggerin. Verheiratet, hat in England und China gelebt, reist leidenschaftlich und macht sich gern die Hände schmutzig (gärtnern, backen, töpfern).

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